Unterwegs!












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Mittwoch, 15. Juli 2009
"Kein Plan...
...uebersteht den ersten Kontakt unbeschadet!"
Das hat Hp mehrmals ueberzeugt kund gegeben, wenn ich mich mal wieder stundenlang in Fahrplaene und Landkarten gewuehlt habe.

Und tatsaechlich ueberlege ich momentan, ob ich die ganze Reise nicht vielleicht doch ein wenig ausweiten sollte. Dadurch, dass ich mich gegen Bodø entschieden habe, in Oslo keine Uebernachtung hatte und in Goeteborg nur eine, habe ich momentan eine ganze Menge an Tagen uebrig. Und natuerlich wuerde es mich sehr reizen, nach Kopenhagen und ein, zwei anderen Staedten in Daenemark auf dem Rueckweg auch noch Amsterdam, Bruessel, Bruegge und vielleicht sogar Paris und Barcelona einen Besuch abzustatten. Nach momentanem Planungsstand waere genug Zeit da.
Aber Plaene aendern sich wie das Wetter und nachdem heute den ganzen Tag die Sonne geschienen hat, so dass ich in Flipflops und kurzer Hose durch die Strassen laufen konnte, regnet und windet es jetzt.
Trotzdem werde ich mich gleich noch zu dem OpenAir-Festival im Zentrum Trondheims aufmachen. Was genau das fuer eine Veranstaltung sein soll, habe ich zwar noch nicht ganz verstanden, aber es gibt Livemusik und sogar noch ganz anhoerbare.

Uebrigens bin ich etwa zwei Wochen zu frueh nach Trondheim gekommen. Gegen Monatsende findet hier das alljaehrliche "Festival des Essens" statt - ein Traum!


Hafenkanäle in Trondheim


Alte Pfahlhäuser







Statusbericht
Vor etwa zwei Stunden ist mein Nachtzug aus Oslo in Trondheim eingefahren. Hier sitze ich jetzt im "Trondheim Interrail Center", einem Hostel besonders fuer Interrailer. Das Internet ist kostenlos, was aber auch bei 180 Kronen (ca 20 Euro) pro Nacht nicht zu viel erwartet ist - und wenn man bedenkt, dass man dafuer einen Schalfsaal mit etwa 30 anderen teilt. Trotzdem kann ich auch hier keine Bilder hochladen, aergerlich. In Internetcafes wo das moeglich waere, zahlt man leider gerne mal 3 Euro pro 15min... W-Lan ist hingegen fast ueberall verfuegbar und dann kostenlos. In Bahnhoefen, Zuegen und Jugendherbergen. Trotzdem bin ich froh darueber keinen Laptop mitzuschleppen.

Die Nachtzuege hier in Norwegen sind uebrigens aeusserst bequem. So bekommt man bei jeder Fahrt ein Paeckchen mit Schlafbrille, Decke, aufblasbarem Kissen und Ohrenstoepseln kostenlos dazu - nach Hause mitnehmen erlaubt.


Nachtzug in Norwegen

Und auch wenn der heutige Nachtzug etwas heruntergekommen war, konnte ich doch gut 6 Stunden ruhig schlafen. Da um zwei Uhr mein Nebensitzer ausstieg, konnte ich sogar den Luxus geniessen mich auf zwei Sitzplaetzen auszubreiten.

Die letzten zwei Tage waren ansonsten relativ ereignislos. Im Nachtzug nach Bergen habe ich Christoph kennen gelernt - Interrailer aus Oestereich. Gemeinsam haben wir dann das idyllische Bergen erkundet - die regenreichste Stadt Nordeuropas. Beruechtigt ist Bergen fuer seinen Hafen (Bryggen) mit zahlreichen alten Handelshaeusern, sowie einem Fischmarkt, wo man unter anderem Walfischfleisch, sowie Felle von Robben kaufen kann... nunja.


Alte "Bryggen"-Häuser


Blick vom Berg Floyn


Hafen im Abendlicht

Dort habe ich dann auch zum ersten Mal richtig Waesche gewaschen. Christoph hatte ebenfalls nichts sauberes mehr und so haben wir sogar eine Waschmaschine zusammen vollkriegen koennen. (Bei 12 Euro pro Waesche inklusive Trocknen ist es auch mehr als sinnvoll sich das zu teilen.)
Abends gab es fuer mich Nudeln mit Tomatensosse - typisches Essen. Ich zehre immer noch von dem 1kg-Nudelpaket aus Malmoe. Ansonsten esse ich viel Broetchen, Aepfel, Gurken, Mandarinen... je nachdem, welches Gemuese gerade "guenstig" zu haben ist - denn die Preise sind hier echt jenseits von Gut und Boese.

Gestern frueh haben wir dann um 8 Uhr die Faehre nach Flåm geentert. Die 5:30h-Fahrt fuehrte entlang der Fjorde mit einfach traumhafter Landschaft - diese Weite ist einfach unglaublich.


Christoph


Das einzige Bild, welches ich nicht selber gemacht habe!

Auf der Fähre:








In Flåm gabs leider nichts ausser Touristen und da ich auch weiter nach Oslo musste, trennten sich hier Christophs und meine Wege. Mit der Flåmsbanan ging es nach Myrdal. Die suendhaft teure Touristenbahn bewaeltigt innerhalb einer Stunde knapp 900 Hoehenmeter, so dass man von den Auslaeufern des Meeres bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln der Fjordberge faehrt - vorbei an unzaehligen Wasserfaellen, Schluchten... und ach, eigentlich muss man das mit eigenen Augen sehen.


93m Wasserfall



Diese Fahrt wurde allerdings noch von der darauffolgenden Zugfahrt nach Oslo zurueck uebertroffen. Schon auf der Hinfahrt im Nachtzug hatte ich im Halbschlaf unglaeubig die zerkluefteten, teils schneebedeckten Felshuegel betrachtet, war mir aber nicht sicher, ob meine muede Wahrnehmung mir nicht sonst etwas vorgaukelte. Bei Tageslicht sah das ganze dann allerdings noch atemberaubender aus. Auch mit dem Wetter hatte ich grosses Glueck. Die Sonne knallte vom Himmel und so konnte man im T-Shirt dasitzend am Schnee vorbeiziehen, einfach unglaublich.





Von Oslo ging es direkt weiter nach Trondheim und hier bin ich nun. Gleich werde ich noch ordentlich fruehstuecken, dies ist schliesslich im Preis enthalten und morgen muss ich wieder so frueh los, dass ich kein Fruehstueck mitnehmen koennte.

Eigentlich wollte ich heute Abend den naechsten Nachtzug nach Bodø nehmen, dort soll es aber wirklich rein gar nichts zu sehen geben, so dass ich mir die zwei Tage einfach spare. Stattdessen plane ich jetzt ein, zwei Tage Wandern im schwedischen Lappland rund um Kiruna. Christoph meinte, dass die Landschaft dort Bergen und Umgebung noch uebertreffen wuerde - mal sehen.