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22. Juli 09 | 11:18
Und jetzt...
...befinde ich mich gerade in Helsinki.
![]() Helsinki Bahnhof Als der Zug in Tampere hielt, war ich noch zu muede um auszusteigen und bin deswegen bis hierhin gefahren. Momentan bin ich noch ein wenig unentschlossen, wie ich weiter fahren möchte. In Tampere sind die Hostels ziemlich teuer, andererseits komme ich ja später nochmal nach Helsinki zurueck. Morgen werden Thomas, Marja und Jungs in Hankasalmi ankommen und da werde ich mich erstmal fuer ein paar Tage dorthin gesellen. Nach zwei Wochen entbehrungsreichem Reisen brauche ich ein bisschen Ruhe. Aber nur ein bisschen! Müde im Zug: ![]() ![]()
22. Juli 09 | 11:16
Vetekaka und Frukostost
Die letzten Tage waren hauptsächlich gruen. Gruen, gruen und gruen. Ich habe mich ein ganz kleinw enig in der atemberaubenden Landschaft Nordschwedens verloren. Am Freitag hatte ich den Polarkreis ueberquert und befand mich so bis gestern im "Land der Mitternachtssonne". 22 oder sogar 23 Stunden am Tag war es taghell, die restliche Zeit höchstens dämmrig.
Ich schätze in den letzten Tagen etwa 2500-3000km in Zug und Bus zurueckgelegt zu haben. Einen Grossteil der Zeit habe ich damit verbracht, nichts zu tun, sondern studenlang durch Wälder zu fahren und das viele Gruen in mich aufzusaugen, um auch noch dann einen Vorrat an Gruen in mir zu haben, wenn das graue Deutschland mich wieder hat. Ich habe zahlreiche Rentiere gesehen und auch - tada! - einen Elch! Ausserdem habe ich hunderte von Fotos von Bergen, Schluchten, Fluessen, Wasserfällen, Steinen, Bäumen und noch mehr Bäumen gemacht. So kann ich wenigstens ein bisschen von dem Gruen konservieren. Ich habe mich im schwedischen Lappland jedenfalls sehr sehr wohl gefuehlt. Wenn ich nicht Zug gefahren bin, bin ich gelaufen. Jeden Tag zwischen 5 und 20km. Meine Fuesse haben staendig weh getan und der Ruecken auch - wenn ich denn Gepaeck dabei mitgeschleppt habe. Ich versuche jetzt mal die letzten Tage in Kurzform wiederzugeben: Mittwoch, 15. Juli: TRONDHEIM Abends versuche mein Bettnachbar auf Teufel komm raus mit mir zu flirten. Er ist ein Italiener, wie man ihn eigentlich nur von Vorurteilen kennt. Am Anfang ist es noch ganz lustig, dann wird es irgendwann anstrengend. Ich bekomme eine kostenlose Fuss-Reflexzonen-Massage, dann fluechte ich unter die Dusche. Donnerstag, 16. Juli: ÖSTERSUND Mit dem ersten Zug fahre ich wieder nach Schweden. Die Zollbeamten laufen eine Viertelstunde lang mit Hund durch den Waggon. Ein wunderschöner Retriever, der mir das Knie vollsabbert. Ich freue mich sehr ueber diese Ehre. In Östersund laufe ich. Die Jugendherberge des SFT ist voll, das "Jamtli Historienmuseum" mehr fuehr kleine Kinder gedacht. Also laufe ich weiter und weiter. Ich bekomme ein Zimmer in einem Hostel direkt am Bahnhof. Einkaufen, essen kochen (Nudeln mit Eiern und Mais) und den Kampf gegen die Maisdose dank Taschenmesser ohen Verluste gewinnen. Ich bin sehr stolz auf mich und mache ein Foto von der geöffneten Maisdose. Nach dem Essen laufe ich noch vier Stunden am Störsjon entlang, leider ohne die dort lebende Schwester des Monsters von Loch Ness zu erblicken. ![]() Pause machen! ![]() ![]() Ugga, ugga, ich habe eine Maisdose mit meinem Taschenmesser geöffnet! ![]() ![]() Freitag, 17. Juli: INLANDSBAHN NACH GÄLLIVARE Von 7 bis 22 Uhr sitze ich - allerdings mit vielen, vielen Unterbrechungen - im Zug. Die Inlandsbahn, eine Touristenstrecke, macht zahlreiche (Essen-)Stops, ich geniesse aber lediglich die Landschaft. Mein Essen sind kalte Nudeln mit Mais und gekochte Eier von gestern. Ryan und Matthias, zwei Amerikaner mit EU-Railpass fahren die gleiche Monsterstrecke. Es wird aber nicht langweilig. Wir sehen Rentiere und einen Elch. Kurz vor Jokkmokk ueberqueren wie den Polarkreis. In Gällivare angekommen versuchen die zwei Jungs und ich ein Quatier zu finden. Als wir das Hostel geschlossen vorfinden, bieten mir beide grosszuegig einen Platz in ihrem Zelt an. Kein Wunder, ich habe Kekse, eine Decke und zwei Kissen - die beiden Chaoten nicht mal Schlafsäcke. Die Nacht wuerde also scheisskalt werden. Doch dann sammelt uns ein angetrunkener Schwede auf, der einen Bungalow des Hostels bewohnt. Fuer 150 SEK (ca 13,50 Euro) bekommt jeder von uns ein Bett, zwar nicht warm, aber weich. Die Sonne geht nicht mehr unter und ich bin gluecklich. ![]() ![]() ![]() JAA! Drüber! Im Land der Mitternachtssonne! ![]() Dieses Bild entstand etwa um 21:30 Uhr... Samstag, 18. Juli: KIRUNA UND ABISKO Mit dem ersten Zug fahre ich nach Kirnua. Dort angekommen wird mir in der Jugendherberge sehr unfreundlich mitgeteilt, dass zwar Zimmer frei sind, ich aber nicht reservieren kann, sondern um 16 Uhr wiederkommen soll. Gepäckaufbewahrung kostet 40 Kronen. Ich steige wieder in den Zug - weiter nach Abisko - zum Nationalpark. Dort angekommen begeistert mich die Landschaft so sehr, dass ich beschliesse dort zu nächtigen. Ich verbringe den ganzen Tag mit wandern. Auf den Bergen ringsum liegt Schnee, aber ich werde im Wald von der Sonne verfolgt. Es ist unfassbar schön. Man sinkt bis zu 20cm tief ins Moos ein, hört ständig das Rauschen irgendeines Wasserfalls und ueberall sind bunte Bluemchen. Ich telefoniere mit Hp und bin gluecklich. Mitten im Wald: Ich! ![]() Auch mitten im Wald: Blumen! Bunt! Schön! ![]() ![]() ![]() Professionell am Wandern... *hust* ![]() Blick auf mich: ![]() Blick nach unten: ![]() Wasser ![]() Idylle... ![]() Am Fluss ![]() ![]() Sonne, Weg, Laufen! ![]() Unreif und ungenießbar. ![]() Sonntag, 19. Juli: ABISKO UND NARVIK Ich entschliesse mich zu einer weiteren Nacht in Abikso. Morgens mache ich bei der gefuehrten Tour durch den Nationalpark mit, danach setze ich mich in den Zug nach Narvik - ein kurzer Abstecher nach Norwegen. Narvik ist die noerdlichste Stadt, die man mit dem Interrailticket erreichen kann. Die Fahrt ist wieder mal traumhaft. Allein deswegen lohnt sich der Ausflug. In Narvik besuche ich das War-Museum, welches sich mit dem Angriff der Deutschen (Tysken) im Jahr 1940 auf Narvik beschäftigt. Danach erkunde ich noch die Stadt, gebe meine letzten norwegischen Kronen aus (knapp 4 Euro fuer eine Tuete Erdnuesse und einen Schokoriegel...) und fahre dann wieder zurueck nach Abisko. Dort nehme ich fuer 35 SEK die Waschmaschine in Beschlag, juhu, frische Wäsche. Allein die Zugfahrt wars wert: ![]() ![]() ![]() Jeder meinte in Narvik wäre es furchtbar kalt. Gut, ich war mit Mütze, Schal und Handschuhen bestens vorbereitet. Und was war? Das war: ![]() ![]() ![]() Sabbernde Baby-Statue ![]() Sooo weit weg war ich... ![]() Und auf der Parkbank saß eine etwas grimmige ältere Dame... ![]() Warten am Bahnhof; man beachte die 2,50 Euro teure Erdnusstüte! ![]() Montag, 20. Juli: LULEÅ Den Vormittag wandere ich noch in Abisko, laufe zum See und am Fluss entlang, danach nehme ich den Zug nach Luleå. Dort angekomme finde ich erst das Touristenbuero, dann die Jugendherberge. Letztere hat schon geschlossen - ich muesste anrufen - und sieht von aussen furchtbar hässlich aus. Ich gehe einkaufen und setzte mich nach ein wenig unentschlossenem Herumtaumeln in den Nachtzug Richtung Stockholm. Von nun an wird es drei Tage nur noch "Vetekaka" mit "Frukostost" fuer mich zu essen geben. Mit dem nachtzug fahre ich bis nach Vännäs, dort steige ich aus und lege mich fuer 5 Stunden in den Wartesaal schlafen. Ausser mir wartet noch zwei andere Backpacker auf den Nachtzug, der zurueck nach Luleå fährt. Dieser kommt dann schliesslich auch mit einer Stunde Verspätung und morgens bin ich doch tatsächlich wieder halbwegs ausgeschlafen in Luleå. ![]() Jeder Zug endet mal. ![]() Früh morgens, leicht übermüdet nach wenigen Studen Schlaf in Zügen und Wartehallen. Dienstag, 21. Juli: ROVANIEMI Von Luleå geht es mit den Bus nach Haparanda, dann weiter nach Kemi. Wir ueberqueren die Grenze nach Finnland. In Kemi steige ich in den Zug nach Rovaniemi. In Rovaniemi bin ich erstmal etwas verloren. Die finnischen Bezeichnungen verwirren mich, kann man hier doch - anders als im Schwedischen und Norwegischen - rein gar nichts auf dem Deutschen oder Englischen ableiten. Ein Stadtplan ist auch nicht in Sichtweite. Anstatt in Panik zu verfallen, zu Hause anzurufen und ins Handy zu schluchzen: "HP, HOL MICH AAAB!", tue ich das Naheliegenste und laufe einfach in Richtung des grössten Kirchturms. Mit der Methode habe ich auch Erfolg, bald befinde ich mich im Stadtzentrum und finde so das Arktikum und das Lappland-Museum. Die 12 Euro Eintritt spare ich mir, andem ich einfach unbemerkt an der Kasse vorbeischleiche (nicht nachmachen, das war ganz böse!) und geniesse dann 4 Stunden lang zwei ausserordentlich gute Ausstellungen. Dann geht es zurueck zum Bahnhof, dort wasche ich mit auf dem Bahnhofklo die Haare und setze mich dann in den Nachtzug nach Sueden. ![]() ![]() ![]() Zwei Tage lang nur Vetekaka und Frukostost ("Weizenküchlein und Frühstückskäse") zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendbrot und auch zwischendurch. Immerhin schmeckt es gut. ![]() ![]() In Rovaniemi sind alle Augen auf mich gerichtet. ![]() Freundschaft schließen im Arktischen Museum. Sein Fell ist fast so weich wie Lunas. ![]() ![]() Sonnenschein und Nordlichter ![]() Rucksack ist schwer, kannich mehr. ![]() Haare waschen im Bahnhof, fantastisch!
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